Vor vielen Jahren wurden bei einer LBV-Aktion mehr als 70 Nistkästen in eine Streuobstwiese bei Ansbach ausgebracht. Seitdem werden sie von Heike und Thomas Kleinfeller betreut. Entsprechend fundiert und praxiserprobt sind auch ihre Ratschläge zum sinnvollen Umgang mit Nistkästen im heimischen Garten.
Nistkästen sind eine tolle Ergänzung zu den natürlichen Brutplätzen. Um brütende Vögel und Wintergäste wie z.B. den Siebenschläfer und Haselmäuse nicht zu stören, sollten die Nistkästen nur im frühen Herbst sowie zum Winterende bis Ende Februar gesäubert werden. Denn schon ab März beginnen die ersten Vögel mit der neuen Brutsaison.
Ein Säubern des Nistkastens zu den o.g. Zeiten macht aus mehreren Gründen Sinn. Zum einen nutzen die meisten Vögel ihr altes Nest kein zweites Mal und können es auch nicht selbst entfernen, sondern bauen einfach ein neues obendrauf. So können sich Nesträuber wie z.B. Marder die begehrten Eier oder sogar Küken immer leichter „angeln“. Zum anderen können Parasiten und Krankheitserreger die Jungvögel gefährden. Auch deshalb sollten Nistkästen von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Aber keine Angst, so ein Nistkasten muss nicht super sauber sein!
„Und was viele gar nicht wissen“, so die aktive LBV–Mitarbeiterin, „Nistkästen von Mauerseglern und Schwalben sollten nicht gereinigt oder gar entfernt werden“. Mauersegler sind sehr ortstreu und bauen ihr Leben lang an einem einzigen Nest; es ihnen wegzunehmen würde ihre Brutbemühungen praktisch auf null zurücksetzen. Schwalbennester dürfen auch nach der Brutzeit nicht entfernt werden. Sie sind ganzjährig geschützt und werden im Folgejahr von den Schwalben selbst ausgebessert und wieder benutzt.
Bei der Reinigung der Nistkästen empfiehlt es sich sicherheitshalber Handschuhe und ggf. auch einen Mundschutz zu tragen, um potenzielle Krankheitserreger von Haut und Atemwegen fernzuhalten. Dabei reicht es völlig aus, das alte Nest zu entfernen und den Nistkasten gründlich, also auch in den Ecken, mit einem Handbesen oder einem Schaber zu säubern. Chemikalien oder Desinfektionsmittel sollte man dabei natürlich nicht verwenden, um den Tieren nicht zu schaden.
Noch ein Tipp von Heike und Thomas: Wenn Sie über die Belegung der Nistkästen Buch führen (also notieren, welcher Vogel darin gebrütet hat), können sie z.B. im darauffolgenden Jahr gezielt neue Nistkästen für eine andere Vogelart anbringen.
Wenn auch Sie Fragen zum Anbringen von Nisthilfen an Ihren Bäumen oder zu deren fachgerechter Pflege haben, wenden Sie sich gerne an unsere LBV–Kreisgruppe MSP unter info.main-spessart@lbv.de.
Fotos: Feldsperling, Ingo Rittscher / Nistkasten im Garten, Peter Bria / Star, Andreas Hartl / Mauerseglernistkasten und Schwalbennistplätze -Richard Straub / alle LBV Bildarchiv