Das Feuchtgebiet „Im G'spring“ bei Zellingen, betreut vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV), besitzt eine hohe Bedeutung als Rast- und Überwinterungsgebiet
für verschiedene Vogelarten.
Während des Herbstzuges wurden im Oktober 2025 zwei Bartmeisen nachgewiesen. Die Art tritt dort inzwischen regelmäßig im Herbst auf und rastet mitunter mehrere Tage bis Wochen lang im Gebiet. In Unterfranken bleibt sie dennoch eine seltene Erscheinung.
Im Winter 2025/2026 überwinterten sechs Bekassinen sowie vier Krickenten. Silberreiher wurden lediglich vereinzelt festgestellt. Erstmals gelang zudem der Nachweis eines Gänsesägerpaares auf dem großen G'spring-See. Die Art überwintert bevorzugt an größeren Fließgewässern wie dem Main und meidet kleinere Stillgewässer wie die entlang des G'springs-Bachs.
Auch der Spätwinter und das Frühjahr erbrachten bemerkenswerte Zug-Beobachtungen: Mitte Januar überflogen vier Singschwäne sowie vier Kraniche das Gebiet. Letztere setzten sogar zum Landeflug an, entschlossen sich dann aber, weiterzuziehen. Auf einem staunassen Acker wurden im April unter anderem ein weiblicher Kampfläufer (vgl. Foto), ein Flussregenpfeifer sowie ein Bruchwasserläufer nachgewiesen. Zudem hielten sich bis zu vier Weißstörche im Gebiet auf; ein einzelnes Individuum konnte noch bis Ende Mai über mehrere Tage beobachtet werden.
Die Beobachtungen unterstreichen erneut die ökologische Bedeutung des Gebiets als wertvollen Rast- und Überwinterungsraum für zahlreiche Vogelarten.
— Markus Gläßel (Gebietsbetreuer)