Mai 2026

Nagelfleck-Männchen in rasantem Zickzackflug auf der Suche nach Weibchen

Wenn Ende April/Anfang Mai die Buchenwälder ihr zartgrünes Laub entfalten, sieht man bei einer Waldwanderung öfters ockergelbe bis orangebraune Schmetterlinge in rasantem Zickzackflug über den Waldboden sausen. Es sind die Männchen des Nagelflecks (Aglia tau), eines tagaktiven Nachtfalters aus der Familie der Pfauenspinner (Saturnidae). Ihre Flügel tragen schwarze, blau gekernte Augenflecke mit einer weißen, nagelförmigen Zeichnung, die der Art ihren Namen gab.

 

Die Männchen sind dabei auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen, die am Waldboden oder am Stammfuß einer Rotbuche sitzen und einen Duft von Sexualpheromonen verströmen. Mit ihren feingefächerten Kammfühlern können die Männchen den Duft selbst aus großer Entfernung wahrnehmen und zielstrebig der Duftspur folgen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre befruchteten Eier an Äste und Zweige, aus denen Mitte Mai hellgrüne Raupen schlüpfen, die im Buchenlaub, das ihre Nahrung bildet, bestens getarnt sind. Die ausgewachsenen Raupen verpuppen sich in einem Gespinst in der Moosschicht und überwintern dort als Puppen, um im nächsten Frühjahr als Schmetterlinge den Entwicklungskreislauf fortzusetzen.

 

Text und Bild:  Walter Malkmus

April 2026

Der Grüne Zipfelfalter ist ein Meister der Tarnung

 

Unter den einheimischen Tagfaltern ist der Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi), auch Brombeer-Zipfelfalter genannt, der einzige mit grüner Flügelfärbung. Der kleine, oberseits unscheinbar graubraun gefärbte Falter gehört zur Familie der Bläulinge. Seine Flügelunterseiten sind bei Männchen und Weibchen mit smaragdgrünen Schuppen besetzt und machen ihn somit unverwechselbar.


Da der Falter im Sitzen stets die Flügel zusammenklappt, ist er auf oder zwischen den Blättern von Büschen und Kräutern bestens getarnt und nur schwer zu entdecken. Die Art fliegt in einer Generation von Anfang April bis Ende Mai in buschdurchsetzten Steppenheidegebieten der Fränkischen Platte, aber auch an sonnigen Wald- und Buschrändern im Spessart.

 

Text und Bild:  Walter Malkmus 

März 2025

Großer Fuchs als Frühlingsbote

 

Der Große Fuchs (Nymphalis polychloros) gehört zur Familie der Edelfalter und ist mit bis zu 60 mm Flügelspannweite einer unserer großen Tagfalter. Der europaweit verbreitete Falter kommt bei uns vor allem in halb offenen Landschaften wie Streuobstwiesen, in naturnahen Gärten und an Waldrändern vor.

Bereits im zeitigen Frühjahr kann man ihn als einen der ersten Frühlingsboten beobachten. Mit weit geöffneten Flügeln sitzt er gerne an Baumstämmen und Holzstößen und tankt nach langer Winterstarre Sonnenenergie. Wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs,
C-Falter und Trauermantel gehört er zu jenen Tagfaltern, die den Winter an einem geschützten Ort in Kältestarre verbringen und im März mit steigender Sonne und zunehmender Wärme erwachen. 


Die Weibchen des Großen Fuchses legen ihre gelbgefärbten Eier in größerer Zahl, sogenannten Eispiegeln, um dünne Zweige von Weiden, Pappeln und Obstbäumen. Die ausschlüpfenden Raupen leben zunächst gesellig in einem Gespinst und verteilen sich als erwachsene Raupen auf ihren Nahrungsbäumen. Sie verpuppen sich im Frühsommer und schlüpfen bereits zwei bis drei Wochen später als fertig entwickelte Schmetterlinge.


Das Bild zeigt einen überwinterten Großen Fuchs sonnentankend am Stamm einer Kiefer im Naturschutzgebiet Romberg.

 

Text und Bild:  Walter Malkmus