Die Rückkehr der Mehlschwalben im Frühjahr gehört zu den schönsten Naturerlebnissen in unserer Region. Doch geeignete Nistmöglichkeiten werden für die kleinen Flugkünstler immer seltener. Umso wichtiger ist es, ihnen aktiv unter die Flügel zu greifen – und das gelingt oft schon mit einfachen Maßnahmen am eigenen Haus.
Anlocken leicht gemacht
Am erfolgversprechendsten ist es, wenn sich bereits Mehlschwalben-Nester am Gebäude oder in der näheren Umgebung befinden. Die geselligen Vögel brüten bevorzugt in Kolonien und lassen sich dort nieder, wo sie Artgenossen wahrnehmen.
Eine bewährte Methode zur Unterstützung ist das Anbringen von Kunstnestern. Diese sollten direkt unter einem ausreichend breiten Dachvorsprung (mindestens 30 cm) befestigt werden. Wichtig ist dabei die richtige Höhe des Einfluglochs: Es sollte möglichst nicht mehr als 20 mm sein, um eine Besiedlung durch Haussperlinge zu verhindern.
Zusätzlich empfiehlt es sich, sogenannte Kotbretter anzubringen. Diese werden mindestens 50 cm unterhalb der Nester montiert. Sie sorgen nicht nur für saubere Hausfassaden, sondern erschweren auch Fressfeinden wie Elstern oder Mardern den Zugang zu den Nestern.
Ein freier Anflug zum Nest ist unbedingt erforderlich, während die Himmelsrichtung eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Auf sich aufmerksam machen
Um Mehlschwalben gezielt auf neue Nistmöglichkeiten aufmerksam zu machen, kann das Abspielen von Schwalbenrufen helfen. Hierfür eignen sich spezielle Klangattrappen ebenso wie einfache technische Lösungen, etwa ein Smartphone mit einer kleinen Bluetooth-Box oder auch ein Laptop oder ein Tablet mit angeschlossenen Lautsprechern. Wichtig dabei: Es dürfen ausschließlich Lockrufe verwendet werden – Warnrufe sind unbedingt zu vermeiden, da sie die Tiere abschrecken.
Als besonders wirksam für akustische Lockversuche im Frühling gilt der Zeitraum von Mitte Mai bis Ende Juni. Im Tagesverlauf sollten die Vogelstimmen möglichst durchgehend von Sonnenaufgang bis Einbruch der Dunkelheit gespielt werden. Bei eingegrenzten zeitlichen Möglichkeiten empfehlen sich drei Zeiträume, nämlich am Morgen bis 9 Uhr, eine Stunde um die Mittagszeit und abends noch einmal ab 19 Uhr.
Selbst aktiv werden: Lehmpfütze anlegen
Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann den Vögeln Baumaterial für den Nestbau bereitstellen. Während in der Stadt unversiegelte Flächen, auf denen die Schwalben feuchten Lehm finden, schwer zu finden sind, bieten sich in unserer eher ländlich bzw. dörflich geprägten Region bessere Möglichkeiten. So kann schon eine kleine, regelmäßig feucht gehaltene Lehmpfütze in der Nähe des Hauses Abhilfe schaffen und wird von den Schwalben sehr gerne angenommen.
Gemeinsam für mehr Schwalben – „damit das Glück nicht verloren geht!“
Fazit: Mit wenigen gezielten Maßnahmen kann jeder Hausbesitzer dazu beitragen, dass Mehlschwalben auch in Zukunft einen Platz in unserer Kulturlandschaft haben – „damit das Glück nicht verloren geht“!
Die LBV-Kreisgruppe Main-Spessart steht Ihnen dabei natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.
Wir freuen uns über jedes Engagement – für lebendige Dörfer und eine artenreiche Umwelt!
Mehlschwalben (© unbekannt); Mehlschwalbe beim füttern (© W. Malkmus); Mehlschwalbe im Flug (© G. Fesch)